Wahnsinn, absolutes Konkurrenz-Produkt

Posted by Erdem Kaygusuz
Published on 08 Aug, 2019

Amiubo Mini Intelligent Home Automatische Kehrsaugroboter Bodenreinigungsroboter Bürststaubsauger
Price: €115.97
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Ich bin sprachlos. Ich hatte bisher (einen teuren) Roboter-Staubsauger, welcher nach dem Chaosprinzip arbeitete. Das war "damals" schon nicht schlecht. Aber ganz ehrlich, irgendwie nervig. Vor allem, wenn an den unterschiedlichsten Stellen noch Schmutz liegt oder sich das Gerät mal wieder verfährt und vor der nächsten Aufladung das Dock nicht findet und stehen bleibt. Oder man sucht ihn in der ganzen Wohnung, weil er abends nicht auf dem Dock steht.

Alles das gehört jetzt der Vergangenheit an. Ich habe den Roborock S50 bestellt, ausgepackt und gestartet. Dann kurz beide Knöpfe außen gedrückt gehalten und mein iPhone X zur Einrichtung über die MI Home App verwendet. Das ging tatsächlich ohne irgend ein Problem und war innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Auch, wenn viele YoutTube-Videos zeigen, dass man im Smartphone sich mit dem WLAN des Saugers verbinden muss, so ist das ein einmaliger Prozess, um die Einstellungen des eigenen WLAN-Routers daheim (also WLAN-Name und Passwort) an den Sauger zu übergeben. Danach wählt sich der Sauger in das heimische WLAN ein, wobei lediglich nur 2,4 GHZ-Netze unterstützt werden. Ganz nettes Gimmick ist, dass der Staubsauger über die App nicht nur dann über das Smartphone gesteuert werden kann, wenn man sich mit dem Smartphone im heimischen WLAN befindet, sondern von überall aus, da sämtliche Daten über eine Cloud laufen. Damit ist man örtlich völlig unabhängig und muss auch nicht auf VPN zum heimischen Router zurückgreifen. So lässt sich der Sauger z. B. aus dem Büro lenken etc. Alle Funktionen stehen so auch "extern" zur Verfügung. Auch ganz nettes Gimmick ist, dass man das Gerät mit der Familie teilen kann. Wenn also z. B. meine Frau den Sauber auch steuern können soll, so installiert sie auf ihrem Smartphone ebenfalls die MI home App und legt sich dort ihr eigenes Konto an. Und ich kann dann den Sauger mit ihr teilen. Sie hat dann einen eingeschränkten Zugang zum Sauger. Sie kann ihn starten und beenden, lenken und hat Vollzugriff auf die vom Sauger erstellten Karte. Auch alle von mir dort eingerichteten Sperrzonen und Schranken werden auf ihrer Karte ebenfalls zur Verfügung gestellt. Das ist sehr sinnvoll. Wäre es doch sehr übel, wenn sie den Sauger startet und dann Sperrzonen von mir ignoriert werden. Allein schon dieses Teilen-Feature ist der Hit. Der Laser zeichnet zur Laufzeit (außer bei Fernsteuerung mittels "Joystick") eine Karte, welche bei jedem Lauf aktualisiert wird. Werden also Möbel verstellt oder Türen geöffnet, die vorher geschlossen waren (oder umgedreht), dann werden diese Elemente beim nächsten Lauf entsprechend in der Karte neu eingetragen. Wichtig an der Stelle. Wenn eine Tür zu einem Raum beim letzten Lauf geschlossen war, so merkt sich der Sauger das. Wenn man dann den Sauger mittels "gezielte Reinigung" dort hin lenken will, so tritt der Sauger die Fahrt gar nicht erst an und meldet ein Problem. Der Grund ist halt, dass er lt. seiner Karte keinen Weg in den Raum kennt, da es dort eine Barriere gab, zumindest beim letzten Lauf. Lösung: Bei der nächsten Komplettreinigung erkennt er selbstverständlich, dass die Tür nun wieder auf ist und mach an der entsprechenden Stelle in der Karte ein Update und entfernt die "Wand" bzw. hier die Tür wieder aus der Karte. Sehr schlau gemacht. Sperrzonen werden sehr akkurat umfahren. Jeglicher Versuch, den Sauger in eine Sperrzone zu bekommen, schlägt (zum Glück) fehl. Ausnahme wieder der Joystick. Mittels manueller Steuerung lässt sich der Sauger auch in Sperrzonen fahren. Das wiederum ist gut, da bei einer Steuerung mittels Joystick (also über die App) das ja gewünscht sein kann. Womit der Sauger Problemchen hat sind Spiegel, die so tief angebracht sind, dass der Laser in den Spiegel hinein scannt. Das kann z. B. vorkommen bei Schlafzimmerschränken und dort an den Türen angebrachten Spiegeln. Der Laser erkennt das Spiegelbild als weiteren Raum und erkennt darüber hinaus auch keine Wand. Er versucht z. B. beim Rückweg zum Dock doch glatt, durch den Spiegel zu fahren ;-).
Der Sauger erkennt irgendwann, dass es nicht geht, und nimmt einen anderen Weg. Wenn man aber die vielen Fehlversuche vor dem Spiegel abschalten will, so setzt man dort in der Karte einfach ein virtuelles Absperrband an den Fuß des Spiegels und gut ist. Funktioniert wunderbar. Erstaunt bin ich, wie gezielt und präzise der Sauger bestimmte Ziele in der Wohnung anfährt, wenn man das per "Hierher kommen" vorgibt. Wirkt fast menschlich. Er stößt kaum irgendwo an. Ein wenig sucht der Sauger, wenn man das Dock verstellt. Ich musste während des ersten Laufs das Dock woanders hinstellen. Auf dem Rückweg fand der Sauger das Dock nicht dort vor, wo er es vermutet hatte. Er suchte an der alten Stelle ein wenig herum und als er bemerkte, dass es dort nicht mehr steht, suchte er das ganze Zimmer ab. Dazu begab er sich in die Mitte des Raums und drehte sich ständig um die eigene Achse. Nach gefühlt 10 Runden steuerte er das Dock an der neuen Postion an und fertig. Genial gelöst. Während der Reinigung selbst werden die aktuellsten Kartendaten, die Postion des Dock, die Postion des Saugers und die zurückgelegten Wege ständig auf die App übertragen. Diese Daten werden mit etwa 1 bis 3 Sekunden Zeitversatz auf das Smartphone übertragen. Die Joysticksteuerung über die App hingegen scheint (so hatte ich beim Test den Eindruck) tatsächlich in Realtime zu arbeiten. Jegliche Ansteuerung wir unmittelbar an den Sauger übertragen, wodurch der Joystick wirklich präzise verwendet werden kann und dieser nicht zum nervtötenden Instrument wird. Auch hier bin ich extremst beeindruckt.
Die eine Karte der Wohnung wird stets aktualisiert. Jeder Lauf für sich genommen wird protokolliert und auch die Karte des jeweiligen Laufs für sich separat gespeichert. Allerdings nur zur Ansicht. Eine Weiterverwendung der Logdateien (also der Karten aus fertigen oder abgebrochenen Läufen) darüber hinaus ist nicht möglich. So hätte man ja die Möglichkeit schaffen können, einen Lauf von vor drei Tagen beispielsweise zu wiederholen, wenn dort nur ein bestimmter Raum ausgewählt wurde. Aber das ist Kleinkram und stört gar nicht, weswegen ich hier auch keinen Stern abziehen musste.
Das Produkthandbuch in der Verpackung gedruckt war Englisch. Dafür liegt das Produkthandbuch in außerordentlich guter Qualität in deutscher Sprache der App bei. Einen Timer gibts natürlich auch. Hier lässt sich einmalig, täglich, Montag bis Freitag, am Wochenende oder personalisiert (beliebige Tage von Mo-So) einstellen. Im Timer kann auch die Saugleistung für diesen Timer eingestellt werden. Es lassen sich auch mehrere Timer anlegen. Könnte man beispielsweise Einen Timer mit Mo, Mi, Fr, mit normaler Saugleistung 12 Uhr einstellen und einen für das Wochenende mit hoher Saugleistung. Nur so als Beispiel, um zu zeigen, dass man so einige Kombinationsmöglichkeiten hat.

Bis hier viele Worte zur Software, denn diese ist einfach unglaublich gut. Jetzt noch zur Hardware.

Zunächst ist der Saugroboter einer wie viele andere auch. Die Lasersteuerung ist extrem genau. Die Umfahrung von Hindernissen geschieht sehr genau und geplant. Bei meinem ersten Testlauf in der ganzen Wohnung hatte der Sauger tatsächlich im Bad, welches er schon sehr gut gereinigt hatte, ca. ein viertel Quadratmeter "vergessen". So konnte man das der App entnehmen. Und als der Sauger mit diesem Lauf fast fertig war und er nun eigentlich hätte sagen müssen "fertig" und zum Dock zurückfahren können, fuhr er tatsächlich nochmals vom Schlafzimmer ins Bad und reinigte tatsächlich exakt noch diese 0,25 Quadratmeter. Das hat der tatsächlich gemerkt und noch zu Ende gebracht. Ich war positiv fassungslos. Der Staubbehälter hätte tatsächlich etwas größer ausfallen können, aber das ist bei den meisten nicht viel besser. Gut am Staubbehälter ist, dass dieser Richtung Filter und Gebläse mittels Gummidichtung sehr gut abgedichtet ist. Bei meinem alten Sauger war das nicht so, so dass ständig Staub in der Turbine landete und ich diese monatlich reinigen musste. Hier vermute ich, dass dies nicht so schnell passieren kann, da hier wirklich alles sehr gut abgedichtet ist. Was ich zumindest der Vermutung nach vermisse ist einen Sensor, ob der Staubbehälter voll ist. Ob es doch einen gibt, weiß ich nicht. Ich konnte in der Anleitung dazu leider nichts finden und habe auch noch keine diesbezügliche Meldung bekommen. Abwarten und testen. Ggf. muss ich mir einfach einen Plan machen, z. B. jeden Sonntag diesen Staubbehälter zu reinigen.
Und wenn wir schon beim Thema sind. Die Turbine ist der Hit. Turbine nenne ich das, weil beim Start es wirklich klingt wie der Start eines Düsentriebwerks einer MIG. Diese fährt richtig langsam hoch und klingt genial. Wobei sich diese in vier Stufen einstellen lässt. Von ganz leise bis Maximum. Selbst bei Maximum ist dieser Sauger leiser als mein alter. Zumal die Motoren der Räder und der Eckenbürste sehr leise arbeiten. Der Motor des Lasers übrigens ist auch sehr leise. Und wenn man bei der Turbine die Saugstärke "leise" einstellt, kann man nebenbei sogar TV schauen.
Möbel: Genau um diese geht es nun. Mein alter Saugroboter hat, da er blind war, alle Möbel ordentlich angedonnert, um zu bemerken, dass da was steht. Dann drehte er sich zum nächsten Möbel um, um dieses anzudonnern. Ein paar kleinere Schäden an zwei Möbelstücken sind so im Lauf der Jahre entstanden. Bei diesem Sauger ist das anders. Klar, auch dieser berührt Wände und Möbel. Allerdings äußerst selten mit Schwung. Auch das kommt vor, dass er mit Schwung wo dagegen fährt. Aber eher selten. Und man spürt richtig, dass der Sauger sich selbst darüber "wundert", dass er wo dagegen gestoßen ist. Dann bleibt er auch gerne mal stehen und dreht sich um die eigene Achse um die Karte neu upzudaten, damit ihm das nicht wieder passiert. Ganz leichte Berührungen kommen dann schon öfters vor, wobei diese wirklich extrem leicht ausfallen. Er fährt das Möbelstück manchmal eben ganz langsam an, bremst dann noch ab und berührt es ganz minimal. Gefühlt würde ich sagen, dass der Bumper vorn dabei noch nichtmal den kompletten Federweg ausnutzt. Die Sensoren erkennen die Berührung offenbar sehr schnell. Hierbei habe ich die Beobachtung gemacht, dass er vorn öfters berührt als an der Seite. Offenbar ist die Wanderkennung mittels diesem Sensor in dem Loch an der Seite noch präziser als vorn. Denn das an der Wand entlangfahren läuft fast immer berührungslos. Übrigens, die Joysticksteuerung ist, wie oben geschrieben, nicht nur Realtime, sondern auch sehr gut abgestuft. So geht nicht nur vorwärts und stopp, sondern auch langsam, ganz langsam und schnell und so weiter.
Die Wischfunktion ist gut und sie funktioniert. Die Frage an der Stelle muss man sich aber stellen, wie stark man diese einsetzen will. Denn immerhin muss man dann das Wasser nachfüllen, ausspülen, den Lappen reinigen etc. Also viel Aufwand. Und genau ein Staubsaugerroboter soll ja dafür sorgen, dass ich immer einen sauberen Teppich habe, ohne über irgend etwas nachzudenken oder etwas tun zu müssen. Daher wird diese Funktion von mir sicherlich nur hin und wieder mal zum Einsatz kommen.

Was natürlich wirklich schön ist, sind die Möglichkeiten, Zonen zu reinigen. Das Kind hat mal wieder im Kinderzimmer einen Saustall hinterlassen. Also einfach mal eben kurz die Zone Kinderzimmer gestartet, dann noch festgelegt, ob diese Zone einmal, zweimal oder dreimal (Maximum) gereinigt werden soll, und fertig. Der Sauger startet vom Dock aus, fährt dort hin, reinig 1 bis 3 mal diese Zone und fährt zum Dock zurück. Man muss sich um absolut nichts kümmern. Außer, den Boden eben stets von Kabeln und Taschentüchern etc. freizuhalten.

Jetzt hoffe ich nur noch, dass der Sauger lange hält, da deutsche Support hier wohl noch nicht möglich ist.

Mein Fazit: absolut sinnvolle Anschaffung (und unter uns gesagt, tolles Männerspielzeug)

Price: €115.97
 

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